Die Deutschen bekommen ihr Geld zurück

Vor dem Deutschlandbesuch des frisch gewählten griechischen Premierministers Antonis Samaras ging eine Meldung durch die deutsche Presse. Der Politiker hatte im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung versprochen: »Die Deutschen bekommen ihr Geld zurück«. Diese für sich genommen positive Aussage, wirft doch unmittelbar Fragen auf. Steht es tatsächlich so schlimm um die griechische Wirtschaft, dass es der energischen Betonung der Rückzahlungsfähigkeit des Mittelmeeranrainerstaates bedarf? Wie selbstverständlich müssen die europäischen Kreditgeber doch grundsätzlich davon ausgehen, dass ein Leihgeschäft mit der Rückzahlung des Leihbetrags einhergeht.

Samaras vor dem Deutschlandbesuch

Samaras vor dem Deutschlandbesuch (Quelle: Süddeutsche Online)

Ich gebe zu, dass ich aufgemerkt habe, als dieser Sachverhalt durch Antonis Samaras vor dem wichtigen Treffen mit Angela Merkel so exaltiert hervorgehoben wurde. Mag sein, dass der griechische Premier damit nur Vertrauen erzeugen wollte. Wie kann aber andererseits ein gewählter Volksvertreter die Rückzahlung versprechen? »Das garantiere ich persönlich« zitiert die Süddeutsche am vergangenen Donnerstag auf der Titelseite. Pikanterweise konstatiert Samaras (prominent platziert unter dem Titelbild von Ausgabe 194 der Süddeutschen Zeitung): »Mir ist nicht so wichtig, ob ich wiedergewählt werde«. Diese ebenfalls löbliche, weil uneigennützige Haltung, bestärkt mich aber in dem Gefühl, dass das Versprechen Samaras′ für sich genommen kaum Gewicht haben kann. Um verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen wären nun Fakten notwendig. Um Fakten zu schaffen benötigt die griechische Regeierung aber offensichtlich mehr Zeit und finanziellen Spielraum. Und dies freilich ohne, dass damit der Erfolg der Sparmaßnahmen, Privatisierungen oder des Bürokratieabbaus garantiert wäre.

Ein Teufelskreis.

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